Swarm-Grid statt Smart-Grid

Viele Fachleute verstehen unter einem "Smart Grid" ein Stromnetz, dem eins zu eins ein Datennetz überlagert ist. Jede Komponente soll durch das Datennetz gesteuert werden können. Dem stehe ich kritisch gegenüber. Neben dem Datenschutz sehe ich vor allem die Netzsicherheit durch eine solche Lösung als gefährdet an.
Mein Vorschlag wäre vielmehr ein Stromnetz, das von unten nach oben organisiert ist. Die Komponenten eines solchen Stromnetzes sollen dann selbständig in der Lage sein, zu entscheiden, ob und auf welche Weise sie sich netzdienlich verhalten. Zusammen verhalten sie sich wie ein Schwarm, der sich ebenfalls ohne eine übergeordnete Führung zielgerichtet verhält. Ich plädiere daher für ein "Swarm-Grid" anstelle eines "Smart-Grids".
Eine wichtige Voraussetzung für ein Swarm-Grid ist, dass die Komponenten über den aktuellen Netzzustand informiert sind. Diesen sollen sie möglichst selbständig aus physikalischen Messungen ermitteln. Daher ist das Thema Netzzustandsmessungen unmittelbar mit der Struktur eines Swarm-Grids verknüpft.

Publikationen:

Eberhard Waffenschmidt,
"Decentralized measurements of the grid state",
Presentation at 7th International Energy and Sustainability Conference 2018 (IESC 2018), Cologne, 17.-18. May 2018

Eberhard Waffenschmidt,
"Dezentrale Messungen des Netzzustandes",
Tagung "Zukünftige Stromnetze für Erneuerbare Energien", Berlin, 30.-31.Jan.2018

Eberhard Waffenschmidt, Patrick Littau, Christian Pelikan,
"Evaluation of syncrophasor use in distribution grids to estimate the regional grid state",
ETG Congress 2017, Bonn, 28.-29. Nov. 2017.

Kunal Kumar Saraf,
"Impedance Measurement for Future Electricity Grid",
Masterarbeit TH-Köln, 10.Feb.2018.


E.Waffenschmidt, 25.Juni 2018